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Durchblutungsmessung am Auge

Begriffsbestimmung
Es gibt seit einiger Zeit die Möglichkeit, mit einem neuen Untersuchungsverfahren - dem sogenannten Kontaktglas-Dynamometer - den Druck im Gefäßsystem des Auges selbst zu messen. Die Messung ist absolut ungefährlich und gibt uns einen direkten Einblick in die Durchblutungsverhältnisse Ihrer Augen und der verbundenen Blutgefäße. Dies ist bedeutsam, um harmlose funktionelle Störungen (z.B. die sogenannte Augenmigräne) von einer ernsthaften Erkrankung (z.B. der Vorstufe eines Schlaganfalls aufgrund einer Verengung der großen Halsgefäße) abzugrenzen.

Indikation
Die Untersuchung ist besonders empfehlenswert
  • bei ein-oder beidseitigen Sehstörungen, wie z.B. bei der Wahrnehmung von Flimmern oder Blitzen im äußeren Bereich des Blickfeldes sowie bei Verschwommensehen oder umschriebenen Ausfällen des Gesichtsfeldes (mit oder ohne begleitende Kopfschmerzen)
  • wenn bestehende Gefäßrisikofaktoren bekannt sind, wie z.B. ein Diabetes, Rauchen, erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung
  • zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos aufgrund verengter Halsgefäße (Carotis-Stenose)
  • bei Zeichen einer Hirndurchblutungsschwäche
  • zur Risikoabschätzung bei fortschreitenden Sehnervenschäden beim sogenannten Normaldruck-Glaukom (grüner Star mit unbehandelten Augeninnendruckwerten im Normbereich)
  • zum Ausschluß einer therapiebedürftigen Blutdruck-Erhöhung

Der Blutdruck in den Arterien und Venen des Auges wird direkt gemessen. Dabei ermöglicht die Bestimmung des oberen (systolischen) und unteren (diastolischen) Blutdruckwertes der Zentralarterie des Auges Rückschlüsse

  • auf den Blutdruck in den zentralen Gefäßen der Netzhaut
  • auf den Blutdruck in den großen Halsschlagadern (Arteria carotis interna), die für die Durchblutung des Gehirns verantwortlich sind
  • auf den Blutdruck des gesamten Körpers (systemischer Blutdruck)

Die Bestimmung des zentralen Venendrucks ist bedeutsam bei:

  • Astvenen- oder Zentralvenenverschlüssen des Auges (sog. Augen-Thrombosen)
  • Vermehrtem Druck des den Augapfel umgebenden Gewebes auf das versorgende Gefäßsystem des Auges, besonders bei Augenbeteiligung bei Schilddrüsenerkrankungen (endokrine Orbitopathie) oder erhöhtem Hirndruck
  • Krankhaften Gefäßverbindungen zwischen Arterie und Vene (arterio-venösen Fisteln)

Durchführung
Die Messung erfolgt ambulant nach Einträufeln eines lokalen Betäubungsmittels in den Bindehautsack beider Augen (wie bei der Ihnen bekannten Augeninnendruckmessung zur Glaukom (Grüne Star)-Vorsorge). Zunächst wird an beiden Augen der Augeninnendruck gemessen. Im Anschluß daran wird ein kleines Glas mit Schutzgel auf das betäubte Auge gesetzt, das mit leichtem Druck die Messung der Druckwerte der (zuführenden) Arterien und (abführenden) Venen des Auges und die Messung des Hirndrucks ermöglicht.
Die Untersuchung ist ungefährlich, nicht schmerzhaft und kann beliebig oft wiederholt werden, was z.B. bei einer Änderung der Blutdrucksituation oder wiederholt auftretenden Beschwerden sinnvoll ist. Nach der Untersuchung kann es für kurze Zeit durch die Betäubung zu einem leicht verschwommenen Sehen kommen.