Glaskörperabhebung

Was ist eine hintere Glaskörperabhebung (HGA)?

Im Augeninneren befindet sich eine elastische glasklare Kugel, der sogenannte Glaskörper, der das Auge zwischen Regenbogenhaut bzw. Augenlinse und der Netzhaut ausfüllt. Er besteht zu 98% aus Wasser und einem Gerüst aus Eiweißfasern (Kollagenfasern). Wenn wir älter werden entstehen im Glaskörper Eiweißklümpchen und der Glaskörper schrumpft etwas. Weil die Umhüllung des Auges nicht mit schrumpft, löst sich der Glaskörper von der Netzhaut hinten am Auge ab. Das ist die sogenannte Glaskörperabhebung. Sie tritt bei jedem Menschen irgendwann im Laufe des Lebens auf - meist zwischen dem 40. und 65. Lebensjahr - und kann wenige Tage bis mehrere Wochen dauern.


Welche Beschwerden können bei der HGA am Auge auftreten?

Viele Menschen bemerken die Entwicklung der hinteren Glaskörperabhebung gar nicht. Da der Glaskörper aber an einigen Stellen fester mit der Netzhaut verbunden ist, kann eine Glaskörperabhebung auch „akut“ mit allen oder einem Teil der folgenden Beschwerden einhergehen:

  • Trübungen („fliegende Mücken“): Sie entstehen durch den kollabierten, zusammen-gedrängten Glaskörper oder Verdichtungen des Glaskörpergerüstes und werden von betroffenen Patienten oft als „Spinnennetz“ oder „fliegende Mücken“ beschrieben, die bei Augenbewegungen „mitschwappen“.
  • Lichtblitze: An Stellen, an denen noch Verbindung zur Netzhaut besteht, ist es möglich, dass der Glaskörper bei Augenbewegungen an der Netzhaut zieht, da an einigen Stellen eine festere Verbindung besteht. Durch dieses Ziehen werden die Netzhautsinneszellen mechanisch gereizt. Es entstehen Lichtphänomene (meist als „Blitze“ beschrieben), die besonders bei Augenbewegungen auftreten.
  • Blutungen („Rußregen“): Im Bereich der Anheftungen des Glaskörpers an der Netzhaut kann es bei der Abhebung zum Einreißen winziger Blutgefäße kommen. Die dabei auftretende Blutung in den Glaskörper wird von betroffenen Patienten meist als „Asche-Regen“ bzw. deutliche Zunahme der schon vorher vereinzelt wahrgenommenen Glaskörpertrübungen beschrieben.
  • Schattensehen: Selten entsteht an den festeren Anheftungsstellen des Glaskörpers an der Netzhaut bei der Glaskörperabhebung ein Netzhautloch, woraus unbehandelt eine Netzhautablösung resultieren kann. Diese Netzhautablösung wird im Gesichtsfeld als von peripher nach zentral fortschreitender Schatten wahrgenommen, weil die abgehobene Netzhaut keinen Seheindruck mehr vermitteln kann.

Welche Komplikationen können bei der hinteren Glaskörperabhebung auftreten und wie können diese behandelt werden?

Bei der Abhebung des Glaskörpers von der Netzhaut kann an festeren Anheftungsstellen ein Netzhautloch oder –riss entstehen, woraus sich unbehandelt wiederum eine Netzhautablösung entwickeln kann. Bei einem Netzhautloch wird dieses ringsherum mit einem Laser umstellt, wodurch die Netzhaut fest mit der Unterlage „verschweißt“ wird. Bei einer Netzhautablösung ist in aller Regel ein operativer Eingriff vonnöten. Diese Komplikationen treten zwar nur selten auf (bei ca. 10 % der akuten Abhebungen), können aber unbehandelt das Augenlicht bedrohen.


Bei den genannten Beschwerden sollten Sie baldmöglichst eine/n Augenärztin/Augenarzt aufsuchen, ggf. auch am Wochenende in einer Klinik vorsprechen. Bei der Untersuchung wird in der Regel die Gabe von pupillenerweiternden Augentropfen erforderlich sein, um Glasköper und Netzhaut besser beurteilen zu können.

 

Bitte beachten Sie, dass Sie nach der Untersuchung für einige Stunden fahruntauglich sind.

Dr. M. Hartmann

C. Hesse

Dr. B. Jerratsch

V. Jensen-Blunk

 

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