GDxVCC (Scanning Laser Polarimeter)

Was ist eine GDx-Scanning-Laser-Polarimetrie?

Bei der sog. Scanning-Laser-Polarimetrie wird mit Hilfe von polarisiertem Licht die Schichtdicke von optisch transparenten Materialien bestimmt. Der Lichtstrahl wird in 2 Polarisationszustände aufgeteilt, die beide mit unterschiedlicher Geschwindigkeit durch die Nervenfaserschicht laufen. Die dadurch entstehende Verzögerung einer Polarisation zur anderen ist von der Schichtdicke abhängig, so dass sich diese berechnen und in Falschfarben darstellen lässt. Die GDx-Scanning-Laser-Polarimetrie der Nervenfaserschicht der Netzhaut erfasst das dreidimensionale Profil des Sehnervenkopfes (der sog. Papille) und die Dicke der Nervenfaserschicht der Netzhaut in dessen Umgebung. Das uns zur Verfügung stehende GDxVCC (die Abkürzung steht für „glaucoma diagnosis variable corneal compensation-Analyzer“) ist die verbesserte aktuellste Geräteversion. 

 

Warum ist die Messung der Nervenfaserschichtdicke wichtig?

Beim Grünen Star (Glaukom) gehen schleichend kontinuierlich Sehnervenfasern zugrunde, welche nicht nachgebildet werden. Der Mensch ist jedoch mit einem Überschuss an diesen Fasern ausgestattet, so dass erste Schäden in Form von Gesichtsfeldausfällen häufig erst wahrnehmbar werden, wenn mehr als die Hälfte der Fasern zugrunde gegangen ist. Die Scanning-Laser-Polarimetrie ist ein objektives Verfahren, diesen Verfall frühzeitig zu erkennen und im Verlauf zu beurteilen.

Erste Veränderungen der Nervenfaserdicke können so bis zu 6 Jahre vor dem Auftreten von Gesichtsfeld- ausfällen nachgewiesen werden. Letztere sind ja schließlich ein Zeichen für eine endgültige Zerstörung von einzelnen Fasern, während eine dünner gewordene Nervenfaser erst eine Tendenz darstellt. Insofern ermöglicht das GDx ein deutlich früheres Erkennen von Schäden durch den grünen Star als die gängigen Untersuchungsverfahren (Gesichtsfeld, Druckmessung, Sehnervenbegutachtung).Die Therapie kann so auch in einem deutlich früheren Stadium beginnen und bessere Chancen auf einen Erhalt der Sehkraft bieten.

 

Bei wem ist eine Messung mit dem GDx medizinisch sinnvoll?

In den letzten Jahren hat sich die Vermessung der Nervenfaserschichtdicke mit dem GDx als großer Gewinn erwiesen, wenn es gilt, Schäden durch eine Glaukomerkrankung so früh wie möglich zu erkennen bzw. auffällige Befunde im Bereich der Papille abzuklären. Eine Untersuchung ist in folgenden Fällen anzuraten: 

  • bei bekanntem Glaukom (grüner Star) 
  • bei nahe verwandten Angehörigen von Glaukom-Erkrankten (Eltern, Geschwister, Kinder)
  • bei auffälligem Befund des Sehnervenkopfes 
  • bei okulärer Hypertension (erhöhter Augeninnendruck mit oder ohne Sehnerv- Veränderungen) 

Wie ist der Untersuchungsablauf?

Die Vermessung ist schmerzlos und ungefährlich. Eine medikamentöse Pupillenerweiterung ist in aller Regel nicht erforderlich. Während der Patient in das Gerät schaut und ein blinkendes Fixierlicht ansieht erfolgt die Messung pro Auge innerhalb weniger Sekunden. Die Daten werden nachfolgend vom Computer  ausgewertet. Dabei vergleicht das Gerät bei der Erstmessung die Nervenfaserschichtdicke der Netzhaut mit der normalen Dicke in gesunden Augen gleich alter Patienten aus einer Datenbank. Die Ergebnisse werden gespeichert, damit bei künftigen Untersuchungen der Verlauf genau beurteilt werden kann. In der Regel ist ein Kontrollintervall von einem oder zwei Jahren ausreichend. Bei nachfolgenden Messungen werden die aktuellen Ergebnisse immer direkt mit der vorhergehenden Messung verglichen, so dass auch feinste Veränderungen frühzeitig erkannt werden können. 

 

Dieses moderne Verfahren geht über den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus. Ihre gesetzliche Krankenkasse übernimmt deshalb in der Regel nicht die Kosten für diese Untersuchung. Falls Sie Interesse an dieser verbesserten Diagnostik haben, können wir Ihnen diese in unserer Praxis anbieten.

 

Für weitere Informationen steht Ihnen unser Praxisteam gerne zur Verfügung.

Dr. M. Hartmann

C. Hesse

Dr. B. Jerratsch

V. Jensen-Blunk

 

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